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Koschere Lederhosen, jüdische Dirndln. Das Tragen von Tracht als Repräsentation der Zugehörigkeit?

 

In allen Epochen der Menschheitsgeschichte diente Kleidung zur Repräsentation innerhalb der eigenen Gruppe und nach außen, ist identitätsstiftend und demonstriert Zugehörigkeit oder das Bestreben danach. Die zahlreichen Fotos von Jüdinnen und Juden, die sich in ländlichen Gebieten in Tracht abbilden ließen, drücken das Bedürfnis nach Akzeptanz, aber auch Heimatliebe und Verbundenheit aus. Ein mögliches Motiv mag auch eine gewisse Distanzierung zur ihnen als „typisch jüdisch“ zugeschriebenen Urbanität gewesen sein.

 

Jüdische Volkskundler wie der aus einer großbürgerlichen Wiener Familie stammende Konrad Mautner waren Experten für Tracht und ländliche Textilien. Nicht zufällig gehörte das Verbot für Juden und Jüdinnen Tracht zu tragen zu den ersten antijüdischen Verordnungen nach dem „Anschluss“. Ein wichtiger „Ort“ für „jüdische Dirndln“ im topographischen und symbolischen Sinn war die „Sommerfrische“, die auch in zahlreichen Orten Niederösterreichs verbracht wurde.

Der Themenbereich, der eng mit dem zur >„Bewegten Mode“ zusammenarbeitet, untersucht diese Fragen anhand von Bildquellen in den jüdischen Museen, den Landessammlungen NÖ und im Volkskundemuseum Wien sowie von Lebenserinnerungen und autobiographischen Aufzeichnungen, die als Videos und Audios, als Publikation oder Manuskript zur Verfügung stehen.