Abschlusstagung

 

Mobile Dinge, Menschen und Ideen

Abschlusstagung des Forschungsprojekts „Mobile Dinge, Menschen und Ideen. Eine bewegte Geschichte Nieder-österreichs“

 

Mittwoch, 3. – Donnerstag, 4.  November 2021

  • 3./4.11.2021: FH St. Pölten, Campus-Platz 1, Mittlerer Festsaal, Eingang Gebäude B
    Eintritt entsprechend der geltenden gesetzlichen COVID-Maßnahmen, Einlass ab 9.15

  • 3.11.2021: 18.30: Haus der Geschichte im Museum NÖ, Kulturbezirk

 

Programm

Mittwoch, 3. 11. 2021

 

10.00-10.30
Grußworte
Hermann Dikowitsch (Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ)
Hannes Raffaseder (Geschäftsführung FH St- Pölten| Chief Research and Innovation Officer)
Martha Keil (Projektleitung)

 

10.30-11.15
Keynote
Klara Löffler (Wien): Ins Verhältnis gesetzt: Mobilitäten und Dinge

11.15-11.45
Franz Pieler (Asparn/Zaya): Erfindung der Sesshaftigkeit? Die „neue Mobilität“ in der Jungsteinzeit

11.45-12.30
Daniela Fehlmann, Julia Längauer (Krems): Mobilität und Handel – eine bewegte Geschichte Niederösterreichs am Beispiel der linearbandkeramischen Zentralsiedlung von Asparn/Schletz

14.00-14.45
Christina Antenhofer (Salzburg): Menschen, Objekte und Räume in Bewegung: Die Mobilität der Dinge am Beispiel spätmittelalterlicher Inventare

14.45-15.30
Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber, Regine Puchinger (Salzburg, Krems): Woher, wohin und warum? Religiöse ‚Wearables‘ als materielle Zeugen frühneuzeitlicher Mobilität

16.00-16.30
Annina Forster, Ulrike Vitovec (St. Pölten): Was real übrig blieb. Kleidungsbestände aus dem Wald- und Weinviertel in den Sammlungen von Museen

16.30-17.15
Reinhard Bodner (St. Pölten): Mobilisiertes Wissen. Ein Trachtenfragebogen für den Atlas der Deutschen Volkskunde

18.30: Round Table „Mobilität sammeln?“ (Haus der Geschichte im Museum NÖ)
Hanno Loewy (Hohenems), Andreas Liska-Birk, Christian Rapp, Ulrike Vitovec (St. Pölten), Regina Wonisch (Wien) – Moderation: Sandra Sam (Krems)

 

Donnerstag, 4. 11. 2021

10.00-10.45
Felicitas Heimann-Jelinek (Wien): Das Ding an sich. Oder wie Objekte Erinnerung dynamisieren können

10.45-11.30
Philipp Mettauer (St. Pölten): Der verschwundene Steyr XX und Schneeschuhe in Palästina. „Arisierte“ Dinge und Dinge des Exils

11.30-12.15
Merle Bieber (St. Pölten): „My Dirndl is over the ocean“: Die Bedeutung von Tracht für österreichische Jüdinnen und Juden nach der Shoah

12.15-13.00
Elke-Vera Kotowski (Berlin): Berlin – Montevideo und ditigal retour. Formen der Transformation von jüdischem Kulturerbe

14.30-15.10
Dieter Bacher, Richard Wallenstorfer (Graz), Anne Unterwurzacher (St. Pölten): „Sonntagswagen und Pflug“ – mitgebrachte und verlorene Dinge im Kontext der Zwangsmigration deutscher Minderheiten (1944-1946)

15.10-16.00
Veronika Reidinger, Barbara Stefan (St. Pölten): (Nicht) im Gepäck? Vom Flüchten und Ankommen rund um das Jahr 2015

16.30-17.15
Friedemann Yi-Neumann (Göttingen): Dinge – Fluchtmigration – Museum. Zu Möglichkeiten und Dilemmata einer materiell-reflexiven Migrationsforschung

17.15-18.00
Birgit Johler (Graz): In Bewegung: Objekte und Sammlungen, Themen und Präsentationsweisen. Das neue Volkskundemuseum in Graz

18.00-18.10
Martha Keil (Wien/St. Pölten): Verabschiedung

Dir für Freitag, 5. 11. 2021geplante Exkursion Nach Asparn/Zaya und Niedersulz musste pandemiebedingt abgesagt werden.

 

Hier finden Sie das Programm zum Download.

Veranstaltung

Bewegte Mode im nördlichen Niederösterreich
Mittwoch, 16.6.2021, 14.00–15.30 Uhr

 

Rural History Forum 74

Reinhard Bodner, Annina Forster, Ulrich Schwarz-Gräber und Ulrike Vitovec

Die Veranstaltung fandonline via Zoom statt.

Forschungen zur Kleidungsgeschichte Niederösterreichs waren bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts erheblich vom Paradigma der „Tracht“ geprägt, gerade weil Niederösterreich immer wieder nachgesagt wurde, ein „trachtenarmes  Land“ zu sein. Temporär sich ausbreitende, oft instabile Trends wie Moden und heterogene Kleidungsgewohnheiten wurden dabei tendenziell als „Störung“ einer als überzeitlich imaginierten bäuerlich-ländlichen Kultur interpretiert – eine Perspektive, die der Komplexität historischer Kleidungswirklichkeiten nicht gerecht wurde, bis heute aber kulturpolitisch wirkmächtig ist.

Im Rahmen des FTI-Projekts „Mobile Dinge, Menschen und Ideen. Eine bewegte Geschichte Niederösterreichs“ setzt sich derzeit ein Teilprojekt mit „Bewegter Mode im nördlichen Niederösterreich“ auseinander. In Kooperation des Museumsmanagements Niederösterreich mit dem IGLR geht es dabei zum einen um eine erste Exploration und Dokumentation dazu, was an Kleidungsbeständen in regionalen Museen des Wald- und Weinviertels gesammelt und/oder ausgestellt wurde und wird. Unter Einschluss bereits vorhandener Inventarverzeichnisse und -datenbanken werden diese Bestände in die Online-Inventardaten-bank DIP.noemuseen aufgenommen und damit für künftige Forschungen zugänglich gemacht. Zum anderen versucht das Projekt zu den mobilitätsbezogenen Fragestellungen des FTI-Projekts beizutragen. Inspiriert durch neuere Ausstellungen und Forschungen über „Kleidung in Bewegung“ und „musealisierte Mode“ stellen sich Fragen nach der Spezifik vestimentärer Dinge unter vielfältigen Aspekten von „Bewegung“, nach der Transformation der Dinge beim Übergang ins Museum und nach der Sammlungs-, Wissens- und Wissenschaftsgeschichte von Kleidung, Mode und „Tracht“ im Wald- und Weinviertel.

Die Präsentation boteinen Werkstattbericht zu den laufenden Arbeiten des Projekts. Nach einer Einführung zu den Problemstellungen des Projekts und zu den Möglichkeiten und Grenzen einer an musealisierter Mode interessierten Kleidungsgeschichte (Reinhard Bodner) wurden Einblicke in die laufenden Inventarisierungs- und Digitalisierungsarbeiten (Annina Forster) und deren strukturent-deckende Analyse und Kartierung (Ulrich Schwarz-Gräber) gegeben.

Ulrike Vitovec ist operative Geschäftsführerin des Museumsmanagements Niederösterreich, Ulrich Schwarz-Gräber Geschäftsführer des IGLR. Gemeinsam leiten sie das Projekt „Bewegte Mode“, in dem für das Museumsmanagement Annina Forster und für das IGLR Reinhard Bodner als MitarbeiterInnen beschäftigt sind.

 

www.ruralhistory.at.